Pepe gegen den Rest der Welt

Fairytale

Es war einmal ein kleiner Junge, der hieß Pepe. Pepe war der bravste kleine Junge der Welt. Wenn die Mama ihm etwas sagte, dann tat er es sofort. Wenn die Erzieherin ihm etwas sagte, tat er es sofort. Wenn Papa oder Oma ihm etwas sagten, tat er es sofort.

Wie gesagt: Pepe war der bravste Junge der Welt.

Und das war er eine ganze Weile lang.

Aber eines Tages fand Pepe, dass es so nicht mehr weitergehen konnte. Er war schon ein großer Junge, und er konnte nicht immer nur gehorchen. Und deshalb beschloss Pepe, von nun an nur noch das Gegenteil von dem zu machen, was man ihm sagte.

Das machte ihm viel Spaß!
Als Mama morgens zu ihm sagte: "Pepe, aufstehen!" da blieb er liegen.
Als sie sagte: "Jetzt zieh doch endlich deine Socken an", da zog er seinen Schlafanzug wieder an.
Als sie sagte: "Iss dein Frühstücksbrot", da spuckte er es aus.
Als sie sagte: "Nun sitz doch endlich mal still!", da stand er sofort auf und begann wild zu tanzen.

Pepes Mama war verzweifelt: "Was ist denn nur mit dir los?" fragte sie. "Nun sei doch ein braver Junge." Und sofort war Pepe ein sehr unartiger Junge.

*

Im Kindergarten ging es so weiter. Pepe hatte ja nun schon Übung.

Die Erzieherin sagte: "So, Kinder, wir wollen jetzt alle gemeinsam Frühstückspause machen", und Pepe ging sofort in die Spielecke.
Nach dem Frühstück sagte die Erzieherin: "Wir wollen jetzt alle gemeinsam ein Lied singen", und Pepe begann sofort, Turnübungen zu machen.
Die Erzieherin sagte: "Wir gehen jetzt alle gemeinsam nach draußen", da ging Pepe schnell nach drinnen.

Pepes Erzieherin war verzweifelt. "Was ist denn nur mit dir los?" fragte sie. "Nun sei doch bitte ein braver Junge!" Und Pepe war sofort der unartigste Junge der Welt.

*

Am Abend kam Papa. Pepes Mama sagte ihm, was passiert war.
Papa hörte erstaunt zu. Und Papa schaute erstaunt zu, wie Pepe, der bravste Junge der Welt, sich benahm.
Als Mama Pepe zum Essen rief, lief Pepe zum Spielen.
Als sie ihm sagte, er solle ordentlich mit Messer und Gabel essen, aß er den Kartoffelbrei mit den Fingern.
Als sie ihm sagte, er solle nicht so schnell trinken, trank er das Glas sofort leer.
Und als sie ihn nach dem Abendessen ins Bett schicken wollte, ging er zum Fernsehen gucken.
Mama war verzweifelt.
Papa war erstaunt.
Und dann bekam Papa seine Lachfältchen um die Augen.
Mama war erstaunt.

Denn Papa sagte Pepe, er solle Fernsehgucken. Papa sagte Pepe, er solle gaanz viel Chips dazu essen. Er sagte ihm, er solle mit den Chips alles voll krümeln. Er sagte ihm, er solle die Füße auf den Tisch legen und den Fernseher ganz laut stellen.

Pepe war erstaunt.
Pepe war sehr erstaunt!
Pepe war sogar ganz schrecklich erstaunt !!

Pepe hatte ein Problem - weißt du, welches?

Pepe und sein Papa und seine Mama haben das Problem gelöst. Sie haben sich auf dem Boden gekringelt vor lachen. Sie haben immer mehr lachen müssen. - Und dann haben sie gemeinsam noch ein bisschen Fernsehen geguckt, und ein bisschen Chips gegessen, und die Füße doch nicht auf den Tisch gelegt. Und dann haben Papa und Mama den Pepe ins Bett gebracht.

Und Pepe beschloss, nicht mehr der bravste Junge auf der Welt zu sein, und nicht mehr der unartigste Junge der ganzen Welt zu sein, sondern einfach wieder ein ganz normaler kleiner Junge namens Pepe.

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